Ein zwei Kilo schweres Fellknäuel, der Charakter eines großen Hundes und ein Fuchslächeln. Der Zwergspitz erobert Herzen auf den ersten Blick. Bevor Sie einen adoptieren, oder um den besser zu verstehen, der auf Ihrem Sofa schläft: Hier ist alles, was Sie über die Rasse wissen sollten.
Zwergspitz, Pomeranian, Loulou de Poméranie: ein Hund
Der Zwergspitz trägt je nach Land und Verein mehrere Namen: Pomeranian im Englischen, Loulou de Poméranie im Französischen, oder einfach „Pom“. Für die Fédération Cynologique Internationale (FCI) ist er die kleinste Varietät des Deutschen Spitzes, beschrieben im Standard Nr. 97, in der Gruppe 5 (Spitze und Hunde vom Urtyp).
Woher kommt er?
Sein Name stammt von Pommern, einer Region an der Ostsee, heute zwischen Deutschland und Polen geteilt. Seine Vorfahren waren größere Spitze, Wach- und Hofhunde. In England wurde die Rasse im 19. Jahrhundert nach und nach verkleinert, unter anderem dank der Vorliebe von Königin Victoria für kleine Pomeranians.
Aus dieser Vergangenheit hat er einen Reflex behalten: wachsam sein. Ein Zwergspitz meldet alles, was sich bewegt, und hat nie so recht begriffen, dass er nur zwei Kilo wiegt.
Größe, Gewicht, Lebenserwartung
| Merkmal | Richtwert |
|---|---|
| Widerristhöhe | 21 cm, plus/minus 3 cm (FCI-Standard) |
| Gewicht | Etwa 1,5 bis 3,5 kg, je nach Größe |
| Lebenserwartung | Meist 12 bis 16 Jahre |
| Fell | Doppelt: langes, gerades Deckhaar über dichter, watteartiger Unterwolle |
| Farben | Sehr viele: orange, creme, schwarz, weiß, schwarz-loh, zobel, braun, blau, merle… |
Manchmal sieht man deutlich schwerere Zwergspitze, oder Welpen, die als „Mini“ oder „Teacup“ verkauft werden. Diese Bezeichnungen gibt es in keinem Standard. Ein Hund weit unter dem üblichen Gewicht ist oft empfindlicher, nicht wertvoller.
Sein Charakter
- Lebhaft und neugierig. Er will alles sehen, alles beschnuppern und bei allem dabei sein, was zu Hause passiert.
- Sehr anhänglich. Er folgt seinen Menschen von Zimmer zu Zimmer und mag es nicht, ignoriert zu werden.
- Wachsam, und gesprächig. Der Zwergspitz bellt gern: an der Tür, beim Postboten, bei einem fallenden Blatt. Das lässt sich erziehen, verschwindet aber nie ganz.
- Klug. Er lernt schnell, auch schlechte Gewohnheiten. Eine sanfte, konsequente Erziehung von klein auf macht den Unterschied.
- Mutiger als vorsichtig. Er fordert gern einen zwanzigmal größeren Hund heraus oder springt vom Sofa. Wegen seiner körperlichen Schwachstellen müssen Sie für ihn mitdenken.
Für wen ist er geeignet?
Der Zwergspitz lebt sehr gut in einer Wohnung, solange er täglich rauskommt und beschäftigt wird. Er passt zu Menschen, die viel zu Hause sind, zu Rentnern und zu Familien mit schon größeren, sanften Kindern.
Für einen Haushalt mit sehr kleinen Kindern ist er weniger geeignet: Ein Hund von zwei Kilo verletzt sich leicht, wenn er vom Arm fällt oder zu fest gedrückt wird. Und lange Tage allein verträgt er schlecht.
Sein Fell: schön, aber anspruchsvoll
Das doppelte Fell ist sein Markenzeichen, und seine wichtigste Pflegeaufgabe. Die Unterwolle, dicht wie Wolle, erneuert sich ständig und fällt im Fellwechsel massenhaft aus. Wird sie nicht entfernt, verdichtet sie sich und bildet Knoten an der Haut, vor allem hinter den Ohren, unter den Vorderbeinen und an der „Hose“.
Rechnen Sie mit zweimal Bürsten pro Woche bis zur Haut, im Fellwechsel täglich. Und vor allem: Scheren Sie ihn nicht, bei manchen Spitzen wächst das Fell nach einer Schur schlecht nach. Alles dazu in unseren Ratgebern Zwergspitz richtig bürsten und Sollte man einen Zwergspitz scheren?
Seine Gesundheit: worauf Sie achten sollten
Der Zwergspitz ist im Allgemeinen robust und langlebig. Seine geringe Größe und sein Fell machen ihn aber anfällig für einige Probleme, die Tierärzte gut kennen:
- Patellaluxation: Die Kniescheibe springt heraus, und der Hund hebt beim Gehen ein Hinterbein. Die Rasse gehört zu den am stärksten betroffenen. Siehe Patellaluxation beim Zwergspitz.
- Trachealkollaps: ein trockener Husten, der wie das Schnattern einer Gans klingt. Siehe Trachealkollaps.
- Die Zähne: kleiner Kiefer, eng stehende Zähne, Zahnstein bildet sich schnell. Zähneputzen lernt man am besten als Welpe.
- Haut und Fell: die Alopezie X, ein Haarverlust ohne Nachwachsen, betrifft besonders Spitze.
- Unterzuckerung beim Welpen: Bei sehr kleinen Rassen kann ein Welpe, der eine Mahlzeit auslässt, unterzuckern. Plötzliche Müdigkeit, Zittern: ein Notfall.
Regelmäßige Tierarztkontrollen, ein überwachtes Gewicht und ein Welpe aus seriöser Zucht sind der beste Schutz.
Was kostet ein Zwergspitz?
Der Preis eines Welpen schwankt stark je nach Land, Zucht, Farbe und Eintragung ins Zuchtbuch. Merken Sie sich vor allem: Ein ungewöhnlich niedriger Preis, ein Welpe, der „sofort“ verfügbar ist, ohne die Elterntiere sehen zu können, sind Warnsignale. Ein seriöser Züchter zeigt Ihnen die Mutter, beantwortet Ihre Fragen und stellt Ihnen auch welche.
Rechnen Sie zum Startbudget Kennzeichnung und Impfungen, gegebenenfalls eine Versicherung, die Ausstattung und einige Besuche beim Hundefriseur pro Jahr dazu.
Häufige Fragen
Haart der Zwergspitz stark?
Den Großteil des Jahres mäßig, im Fellwechsel stark, meist im Frühling und Herbst. Regelmäßiges Bürsten sammelt das tote Haar, bevor es auf Ihrem Sofa landet. Siehe Normaler Fellwechsel oder Warnsignal?
Bellt der Zwergspitz viel?
Ja, er ist ein wachsamer Hund. Frühe Erziehung und viel Beschäftigung verringern das Bellen deutlich, ohne es ganz abzustellen.
Kann er allein bleiben?
Ein paar Stunden, wenn er schrittweise daran gewöhnt wurde. Lange Tage allein passen nicht zu ihm.
Rüde oder Hündin?
Beide sind hervorragende Begleiter. Die Unterschiede hängen mehr vom einzelnen Hund und seiner Erziehung ab als vom Geschlecht. Alopezie X scheint bei Rüden etwas häufiger zu sein.
Ist er hypoallergen?
Nein. Kein Hund ist das wirklich, und der Zwergspitz verliert Unterwolle.
Quellen: FCI, Standard Nr. 97 Deutscher Spitz; VCA Animal Hospitals, Tracheal Collapse in Dogs; American Pomeranian Club, Pomeranian Health. Dieser Artikel dient der Information und ersetzt nicht den Rat eines Tierarztes.